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Vor zwei Wochen haben Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Bundesverkehrsminister Scheuer gemeinsam mit Vertretern der Energiewirtschaft, der kommunalen Unternehmen und der Automobilindustrie Spitzengespräche zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge geführt. Während konkrete Beschlüsse nicht am Ende der Gespräche standen, waren sich alle Beteiligten aber in Einem einig: der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland muss beschleunigt und der Zugang zu öffentlichen Ladepunkten vereinfacht werden.

Ausbau von Ladeinfrastruktur hinkt hinterher

Beide Punkte sind essenziell, um die positive Dynamik aufrechtzuerhalten, die wir gerade erleben. Denn aktuell kann der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nicht mit den sprunghaft angestiegenen Zulassungen von Elektroautos mithalten. Nach aktuellen Zahlen des BDEW stehen E-Auto-Fahrern deutschlandweit 33.107 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung (andere Quellen nennen zum Teil abweichende Zahlen). Die Bedarfsberechnung des BDEW geht davon aus, dass die Ladepunkte ausreichend sind für die Versorgung von rund 550.000 vollelektrischen Fahrzeugen. Aktuell sind zwar nur rund 268.000 rein batteriebetrieben Fahrzeuge auf der Straße, aber mit monatlichen Elektroauto-Neuzulassungen von zuletzt wiederholt deutlich über der 20.000er-Marke ist absehbar, dass der aktuelle Ladeinfrastruktur-Ausbau nicht mit dem sehr dynamischen Elektrofahrzeugmarkt mithalten kann.

10 Mal mehr Ladepunkte nötig

Hier müssen die Politik, die Kommunen und die Energiewirtschaft Hand in Hand zusammenarbeiten, um den Anschluss nicht zu verlieren – und nicht zuletzt auch, um die formulierten Ziele zu erreichen: Für das Jahr 2030 hat die Bundesregierung das Ziel von 1 Million öffentlicher Ladepunkte ausgegeben, bei einem anvisierten E-Fahrzeugbestand von 10 Millionen. Laut VDA wären wöchentlich 2.000 neue Ladepunkte nötig, um es zu erreichen. Das aktuelle Ausbau-Tempo bewegt sich allerdings eher im Bereich 200 öffentliche Ladepunkte, die pro Woche in Deutschland neu errichtet werden, worauf die VDA-Präsidentin Hildegard Müller aufmerksam machte.

Förderung von Ladestationen ausbauen und vereinfachen

Die Absichtserklärungen der jüngsten Spitzengespräche können also nur einen ersten Schritt in die richtige Richtung darstellen – konkrete Beschlüsse und Pläne zu deren Umsetzung müssen her. Um Planungssicherheit zu haben, muss die Ladeinfrastruktur-Förderung nicht nur konsolidiert, sondern bestenfalls ausgebaut werden. Aus unserer Beratungspraxis wissen wir, dass die Nachfrage da ist, sich aber bisweilen an den Regularien stößt. Ein bundesweit harmonisierter Zugang zu den verschiedenen Förderprogrammen für Ladeinfrastruktur sowie ein vereinfachter Zugang zum Antragsverfahren wären bereits hilfreiche prozessuale Optimierungen, die eine ausgebaute Förderung sinnvoll begleiten könnten.